nebel

leise streifen sonnenfetzen
die zerrüttete seele der verendenden nacht


steigende schwaden im blaßblau
das mich endlich traurig macht


im feucht-herbstlichen regenschauer
rosten wald und flur dahin


stirbt meine hoffnung wohl auf dauer
sommerträume verweht vom wind


und wie ein unvorhergesehener tod
trifft mich der wandel der natur


zauber der wälder im fürstlichen rot
in wenigen tagen kahle skelette nur


ab und zu der schleier sich noch senkt
tiefes sammeln zum entscheidenden schlag


die buche vorm haus hat ein goldenes blatt mir geschenkt
zur heimlichen erinnerung an einen novembertag

doch kein nebel der welt erstickt diesen traum
auch wenn er mich jetzt traurig stimmt


wir wissen beide ich und der baum
der nächste frühling kommt bestimmt

kopfgeburt

flieg!
flieg

hinter den bergen ganz weit am horizont deiner sonnen springen rissige felsen in tausend stücke zum mosaik abgebrannter welten

zum tag!
zum tag

keiner soll dich finden im nebel tief in chromglänzenden wellen fiebernder romantik barfuß mit der glocke am kragen

schlaf‚
schlafe ein

im sturm deiner worte brennen tausend kerzen an deinem grab versteckst deine angst hinter vorgehaltenen zitternden händen

sanft streicht der wind durch den park der psychiatrischen klinik kühlt deine zuckenden wunden vor dem letzten erstickten fluch